Von der medizinischen Rehabilitation in den beruflichen Wiedereinstieg mit Long-/Post-COVID

Informationen für Reha-Kliniken, Ärzte und Ärztinnen

Im folgenden Text versuchen wir, die für Sie als Behandelnde wichtigsten Elemente unseres Angebotes zur beruflichen Reha bei Long-/Post-COVID zu beschreiben. Für einen Teil Ihrer Patienten und Patientinnen mit Long-COVID oder Post-COVID wird es reichen, auf die bewährten Angebote der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zurückzugreifen oder im Rahmen einer stufenweisen Wiedereingliederung zurück in den Beruf zu finden. Für viele der Betroffenen wird das jedoch nicht ausreichen, sie benötigen zusätzliche Unterstützungsangebote und angepasste Leistungen.

WARUM SIND BISHERIGE LEISTUNGEN zur Rückkehr in Arbeit bei LONG-COVID/POST-COVID oft NICHT AUSREICHEND GEEIGNET?

Betroffenen stellen sich im Anschluss an eine medizinische Rehabilitation vielfältige Herausforderungen:

  • Der familiäre Alltag und Haushalt muss erledigt werden
  • Unterschiedliche therapeutische und medizinische Hilfen müssen geplant, terminiert und organisiert und wahrgenommen (auch erreicht) werden, inkl. dem damit evtl. verbundenen Schriftverkehr
  • In Reha und Therapie erlernte Methoden wollen geübt und verstetigt werden
  • Ängste, Rückfälle, Sorgen und Traumen müssen bewältigt werden
  • Nicht ausreichend auf Long-COVID/Post-COVID vorbereitete Unternehmen bzw. Arbeitgeber
  • Rückkehr in den Beruf oder in eine neue Arbeitstätigkeit

Potenzial für Überforderung und Rückfall bei auf sich allein gestellten Patienten

Lassen wir die Betroffenen mit diesen Herausforderungen allein, besteht bei vorhandenen Leistungseinschränkungen, kognitiven Defiziten und einer hohen psychischen Belastung durch Long- oder Post-COVID ein hohes Potenzial für Überforderung und gesundheitlicher Verschlechterung, insbesondere da ein speziell für diese Zielgruppe benötigtes "360°-Nachsorgeprogramm", das medizinisch-therapeutische Leistungen mit anderen Hilfen verbindet, noch nicht in Sicht ist.

Noch weniger Unterstützung dürfte die Patienten und Patientinnen erwarten, wenn Sie im Rahmen einer stufenweisen Wiedereingliederung auf unzureichend vorbereitete Unternehmen bzw. Arbeitgeber treffen, die berufliche Anforderungen und Arbeitszeiten nur wenig belastungsorientiert steigern.

"Plötzlich kann ich nicht mehr arbeiten."

Schematische Darstellung des Angebots berufliche Reha für an Long-/Post-COVID erkrankte Menschen

Patienten und Patientinnen benötigen nach der gesundheitlichen Stabilisierung vor allem ein Angebot, das Sie in die Lage versetzt, den Wiedereinstieg in die berufliche Tätigkeit wieder als Zielmarke aufzugreifen. Das geht nur, wenn eine flankierende Unterstützung wie unsere Berufliche Rehabilitation für an Long-/Post-COVID erkrankte Menschen glaubhaft und nachvollziehbar bei der Beseitigung störender Hindernisse hilft, Methoden, Anleitungen und Zeit für die Stabilisierung der körperlichen und seelischen Leistungsfähigkeit bereitstellt und einen erreichbaren Weg zurück in Arbeit mit den Betroffenen entwickelt und umsetzt. Die Komplexität der Herausforderungen macht es daher nötig, dass auch unsere Hilfen über die bisherigen beruflichen Reha-Angebote hinausgehen.

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ES GILT: LÜCKEN IM ABLAUF KURZ HALTEN ODER VERMEIDEN.

Das neu entwickelte Angebot zur beruflichen Reha bei Long-COVID oder Post-COVID ergänzt bewährte Methoden und Leistungen im Assessment und in den Integrationsmaßnahmen, ein optionales und zeitflexibles Coaching sorgt bei zusätzlichem Unterstützungsbedarf oder Wartezeiten für die nötige Stabilisierung.

Wir stellen deshalb sicher, dass ein erstes kostenloses Infogespräch kurzfristig ermöglicht wird und der Betreffende mit unserer Einschätzung seinen Reha-Fachberatenden oder andere Ansprechpartner aufsuchen kann oder wir diesen Kommunikationsschritt begleiten. Auch Termine für das orientierende Sondierungsgespräch und Einstiege in das weichenstellende JobINN Assessment Profil: COVID lassen sich zeitnah nach einer medizinischen Reha realisieren und legen den Grundstein für die nachfolgenden Schritte:

  • Wartezeiten nach Abschluss der medizinischen Reha werden reduziert und genutzt
  • Lückenloser Prozess wirkt Reha-Abbrüchen und Chronifizierungen entgegen
  • Langfristige Ausrichtung ermöglicht leistungsgerechten Wiedereinstieg in den Job
  • Frühzeitige Einbindung des Arbeitgebers begünstigt die Wiedereingliederung
  • Reha sieht, falls nötig, auch eine berufliche Neuorientierung vor

Betroffene profitieren von einem hochgradig individuellen Angebot, das sie bis ins häusliche Umfeld unterstützt. Nutzen Sie jetzt die Chance, Ihren Patientinnen und Patienten einen wirklich erfolgversprechenden Weg zurück in den Job zu bereiten.

Verfügbarkeit: Das neue Angebot ist ab sofort an diesen Standorten verfügbar: Bad Pyrmont*, Braunschweig, Bremen, Göttingen, Hannover, Hildesheim, Leer, Lüneburg und Osnabrück. Im Berufsförderungswerk Weser-Ems* und Goslar* starten wir zum 1. Januar 2023. (*Berufsförderungswerke mit Internaten mit Haustierunterbringung, Mensa und Freizeitangebot)

Sondierungsgespräch COVID - die weichenstellende Bestandsaufnahme mit Psychologe/Psychologin und Betroffenen (ein Termin)

Das Sondierungsgespräch COVID umfasst einen Termin und kann als LTA-Leistung oder ohne LTA beauftragt und abgerechnet werden.

Inhalt: Erhebung der Situation, Empfehlungen der medizinischen Reha und Ersteinschätzung der Trainingsbedarfe hinsichtlich ihrer zeitlichen und örtlichen Planung und stufenweisen Gestaltung. Ziel ist die Erarbeitung einer Empfehlung hinsichtlich der weiteren Schritte:

  • berufliche Reha mit besonderen Long-COVID/Post-COVID Angeboten nötig?
  • ist ein begleitendes oder vorbereitendes Reha-Protection COVID Coaching ratsam?
JobINN Assessment Profil: COVID mit auf COVID angepasster Diagnostik (4 Wochen)

Aufbauend auf dem bewährten JobINN Assessment Profil: Integration wird die Diagnostik um COVID-spezifische Dimensionen ergänzt. Auch berücksichtigen wir etwaige eingeschränkte Belastbarkeiten in zeitlicher und inhaltlicher Sicht und Empfehlungen der medizinischen Rehabilitation.

Die Starttermine des Profils decken sich mit dem Profil: Integration.

JobINN Integrationsmaßnahme COVID - neuropsychologische und andere Trainings, die leistungsgerecht zugesteuert werden (bis zu 6-9 Monate)

Die Rehabilitanden starten vorerst noch gemeinsam mit der regulären JobINN Integrationsmaßnahme. Ein Beginn ist im Regelfall individuell möglich. Die Leistungen der JobINN Integrationsmaßnahme COVID werden durch neuropsychologische Trainings ergänzt und abgestimmt auf die Betroffenen orts- und zeitflexibel geplant. Hierzu werden auch Videotutorials bereitgestellt, um Übungen eigenverantwortlich zu verstetigen.

Einbindung der Reha-Klinik (nur am Standort Bad Pyrmont) (bis zu 6 Monate)

Einbindung der Reha-Klinik (nur am Standort Bad Pyrmont) z. B. hohem Bedarf beim Aufbau einer häuslichen Tagesstruktur, bei ungeeigneten häuslichem Umfeld und wenn Reha-Protection COVID nicht ausreicht.

Reha-Protection COVID - optionales, stabilisierendes Coaching zur Einflussnahme auf Kontextfaktoren vor, während und nach der beruflichen Reha (15 Termine)

Lücken im Verlauf vermeiden oder hilfreich nutzen.

Im Verlauf des Rehabilitationsprozesses kann es an verschiedenen Schnittstellen zu Versorgungslücken oder Wartezeiten kommen. Mit dem zubuchbaren Modul Reha-Protection COVID nutzen wir diese Zeit nach Bedarf, um beispielsweise die Anwendung von erworbenen Methoden und erlernten Handlungsstrategien aus der medizinischen Reha beim Betroffenen weiter zu verstetigen.

Wir beraten bei Fragen zur Organisation des Alltags, helfen bei der Suche nach Therapieplätzen und unterstützenden APPs und Trainingsmaterialien. Auf diesem Wege stabilisieren wir die Rehabilitations- und Leistungsfähigkeit der Betroffenen und reduzieren die Gefahr für Abbrüche oder Nichtaufnahmen der beruflichen Reha. Lesen Sie mehr Details zur Buchung und Nachbuchung in den FAQ.

Das Besondere hier ist, dass Reha-Protection COVID auch außerhalb von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) empfohlen sein und entsprechend beauftragt werden kann.

Reha-Protection COVID als Vorsorge.

Im Rahmen der Vorsorge unterstützt das Modul Reha-Protection COVID beispielsweise mit Hilfestellung bei der Umsetzung von Klinikempfehlungen, der Umgestaltung des bisherigen Lebens, der Suche eines ambulanten Therapieplatzes oder erreichbarer Selbsthilfegruppen und Apps für verschiedene Anwendungsgebiete wie Ernährung, Bewegung, psychische Unterstützung usw..

Reha-Protection COVID als Zwischen- oder Nachsorge.

In Form der überbrückenden Zwischensorge kann es Rehabilitanden Rat bei zu installierenden Schritten bieten, die aus dem Assessment heraus empfohlen wurden und vor Beginn einer JobINN Integrationsmaßnahme als entscheidend für den erfolgreichen Verlauf des beruflichen Rehabilitationsprozesses eingestuft wurden. Auch kann es helfen, wenn kein nahtloser Übergang in eine Integrationsmaßnahme möglich ist, Wartezeiten durch beispielsweise Einzelgespräche, Videotutorials oder Online-Tools, zu überbrücken. Im Rahmen der Nachsorge schließlich sichert Reha-Protection COVID den Integrationserfolg ab.