Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – Bundesprogramm rehapro

Um zur Stärkung der Rehabilitation beizutragen, nimmt die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover am Bundesprogramm rehapro teil. Ziel des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Programms ist es, durch die Erprobung von innovativen Leistungen und organisatorischen Maßnahmen neue Wege zu finden, um die Erwerbsfähigkeit von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen noch besser zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Langfristig soll der Zugang in die Erwerbsminderungsrente und die Eingliederungshilfe bzw. Sozialhilfe nachhaltig gesenkt werden.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick der Modellprojekte, an denen die INN-tegrativ in diesem Kontext als Leistungserbringer beteiligt ist.

LEITAR - Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben in sich strukturell wandelnden Regionen durch selbst- und bedarfsgesteuerte Unterstützung

LEITAR (01.11.2021-31.10.2026)

Modellprojekt der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, wissenschaftlich begleitet von der Abteilung Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik der TU Braunschweig

Teilnehmende
  • 248 Versicherte mit versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben mit wiederholten Phasen von Arbeitslosigkeit, belastenden Kontextfaktoren im Bereich Beruf, Gesundheit und Soziales und eingeschränkter Mobilität
  • Rekrutierung im regulären Beratungsprozess der DRV und Bewerbung bei relevanten lokalen Akteuren in den Orten der Modellregionen
Kurzbeschreibung des Modellprojekts
  • Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit und Schaffung einer Teilhabeperspektive in Gruppen von 2-8 Teilnehmende durch
  • Identifikation beruflicher Kompetenzen und Fähigkeiten sowie hemmender Kontextfaktoren durch verschiedene Testverfahren
  • Unterstützung bei der Selbstreflektion und Entwicklung von Perspektiven
  • Stärkung der Kompetenzen gesellschaftlicher Interaktion
  • Niedrigschwellige Eignungsabklärung nach § 49 Abs. 4 SGB IX
  • Mobiles Angebot mit Kleinbus („LeiTAR-Wagen“) und wohnortnahen Angeboten, den „Räumen auf Zeit“
  • Multidisziplinäres Team zur Unterstützung der Teilnehmenden
  • Einbeziehen lokaler zivilgesellschaftlicher Gruppen und Arbeitsmarktmöglichkeiten und Einrichtungen des SGB II und III
FRAI - Frauenspezifische Angebote zur Integration

FRAI (1.11.2021-31.10.2026)

Modellprojekt der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover und der INN-tegrativ gGmbH

Teilnehmende
  • 75 Frauen mit Gewalterfahrungen, mit psychischen Beeinträchtigungen, mit komplexen gesundheitlichen Unterstützungsbedarfen, mit zu erwartenden oder beginnenden Rehabilitationsbedarfen, mit und ohne Verantwortung für Kindererziehung
Kurzbeschreibung des Modellprojekts
  • Aufsuchende, niedrigschwellige Angebotsinformation und Beratung von Frauen durch Frauen sowie im Netzwerk mit Frauenhäusern und Fachberatungsstellen
  • Unterbringung in geschütztem Umfeld und Möglichkeit der Kinderbetreuung
  • Gruppe von jeweils 5 Teilnehmerinnen
  • Komplexleistung aus medizinischen, psychosozialen und beruflichen Anteilen
  • partizipativer Ansatz, der gezielt Bedürfnisse und Bedarfe erhebt und diese gezielt in Einzel- und Gruppenangeboten, u. a. Psychoedukation, Achtsamkeitstraining, Schlüsselkompetenztraining, Ressourcenförderung sowie im Bereich Freizeit, Bewegung und Ernährung aufgreift
  • Verknüpfung therapeutischer und selbstfürsorgender Intervention
  • Phasen der Betreuung:
    • Orientierungsphase mit Diagnostik, Erhebung der Kontextfaktoren, Erstellung Therapieplan
    • Stabilisierungsphase mit therapeutischer und medizinischer Versorgung, Ressourcenaktivierung sowie Erhebung individueller Kompetenzen
    • Aktivierungsphase mit Ermittlung beruflicher Perspektiven, Nutzung eigener Ressourcen und Vermittlung neuer Kompetenzen
    • Integrationsphase mit Praktika, berufsbezogenen Trainings oder grundständigen LTA-Leistungen und Aufbau eines wohnortnahen, lokalen Unterstützungsnetzwerks
  • Adäquate Nachsorge über ambulante und virtuelle Angebote
  • Einbezug von Selbsthilfeorganisationen und spezialisierter Leistungen der Fachdienste am Wohnort
INN3plus - Integrationsnetzwerk Niedersachsen – motivieren, qualifizieren, integrieren - Effektivität einer Kombination aus medizinisch-beruflicher Rehabilitation und teilhabe- und motivationsorientierter Psychotherapie

INN3plus (01.12.2019 bis 30.11.2024)

Modellprojekt der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, wissenschaftlich begleitet von der Universität Hildesheim

Teilnehmende
  • Versicherte, die aufgrund multipler psychosozialer Problemlagen von den Regelangeboten der beruflichen Rehabilitation nicht profitieren
  • Rehabilitanden und Rehabilitandinnen mit deutlichen Motivationsdefiziten und psychisch beeinträchtigte Personen, die so umfänglich auf medizinische und psychosoziale Unterstützung angewiesen sind, dass eine wohnortnahe Rehabilitation nicht in Frage kommt
Kurzbeschreibung des Modellprojekts
  • bedarfsgerechte Kombination psychotherapeutischer, medizinischer sowie beruflich-rehabilitativer Leistungen, um soziale Kontextprobleme zu lösen und somit den Weg zurück ins Erwerbsleben zu ebnen.
  • Teilhabeorientierte intensivierte Einzelpsychotherapie am Ort der beruflichen Reha. Bedarfsgerechte Einsteuerung der Teilnehmenden in psychosomatische Angebote des kooperierenden Rehazentrums Bad Pyrmont der DRV Braunschweig-Hannover.
  • Die teilhabeorientierte Psychotherapie bearbeitet intensiv und maßnahmebegleitend Teilhabehemmnisse, die durch psychische Beeinträchtigungen, (arbeits-)biografische Konflikte oder Probleme oder durch problematische psychosoziale Faktoren begründet sind
  • Entwicklung und Stärkung der Fähigkeiten und Ressourcen, Aufbau der Motivation für die Rückkehr ins Arbeitsleben.
  • Erarbeiten therapeutisch-rehabilitativer Ziele und Festlegung von Schwerpunkten für die weiterführende Arbeit – je nach Bedarf eher im beruflichen oder im psychosozialen Bereich.
  • Entwicklung eines realistischen Integrationsziels, welches durch verschiedene Belastungs- und Arbeitserprobungen überprüft wird. Unterstützung der Teilnehmenden durch Bewerbungscoaches und Arbeitsmarktexperten.
  • Besondere Rolle des Reha- und Integrationsmanagement: Das Rehabilitationskonzept basiert auf einem theoretischen Bezugsmodell, mit dessen Hilfe die einzelnen Leistungen individuell und fallgruppengerecht zusammengestellt werden können. Das Modell dient als gemeinsame "Sprache" aller Beteiligten im Rehabilitationsprozess.
INREFA 2.0 - Entwicklung einer Selbsthilfe-App für Erwerbsminderungsrentner zur Unterstützung der Rückkehr ins Erwerbsleben

INREFA 2.0 (01.11.2021-31.10.2026)

Modellprojekt der Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, Institut für Psychologie der Universität Hildesheim.

Teilnehmende
  • 380 erstmalige Beziehende einer Rente wegen Erwerbsminderung
Kurzbeschreibung des Modellprojekts
  • Entwicklung und Erprobung einer Selbsthilfe-Anwendung für Erwerbsminderungsrentner zur Intensivierung des Fallmanagements und Unterstützung der geplanten beruflichen Wiedereingliederung unterstützen helfen
  • Die Anwendung ermöglicht eine kontinuierliche Bearbeitung von Integrations- und Therapieaufgaben und eröffnet gleichzeitig ein Selbsthilfeforum für Betroffene.
  • Der Fallmanager bündelt in der zu entwickelnden Anwendung bereits bestehende und bewährte Angebote des Apple App- oder Google Playstores zu Depressionen, Ängsten, Selbstsicherheit und Bewegungsförderung indikationsgerecht über ein Cockpit. Die Bearbeitung von Entwicklungsaufgaben und die Beteiligung am Selbsthilfechat können vom Fallmanager und der Selbsthilfecommunity mit Positivpunkten hinterlegt werden. Das soll zusätzlich zum Selbstwirksamkeitsgefühl beitragen.
  • Die Anwendung wird über einen Zeitraum von 3 Jahren erprobt.
  • Das Projekt zeichnet sich durch die Verzahnung eines herkömmlichen Fallmanagementansatzes mit einer Selbsthilfe-Anwendung aus, die mit einer kontinuierlichen Betreuungsmöglichkeit und spielerischen Übungen ("serious games") die Selbsthilfe der Versicherten stärkt.
Logo rehapro und Logo des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales